Tim Schürmann hat ein heißes Eisen angefasst und die Frage gestellt, ob Linux im kommerziellen Sektor keine Chance hat [www.linux-community.de/Neues/story?storyid=3034]. Hintergrund war die Meldung, dass Sun offenbar darüber nachdenkt, für Star Office 6 wieder Geld zu verlangen. Die Resonanz in der Community war erwartungsgemäß riesengroß.
Andreas Steffens meinte in der Runde, dass die meisten Heimanwender nach wie vor nicht dazu bereit seien, Geld für Software zu bezahlen. "Meine Erfahrung zeigt nur, dass eben genau der Irrtum vorliegt, dass freie Software mit Freibier gleichgesetzt wird."
Ein weiterer Beitrag zu diesem Thema kam von Jörg Michels, der sich als Softwarekäufer im Linux-Bereich outet: "Ich habe bereits mehrere Softwarepakete für Linux gekauft und schließe das für die Zukunft nicht aus." Und er berichtet weiter: "Wir setzen Linux im betrieblichen Umfeld ein. Für mich ist es nichts Ungewöhnliches, wenn ein Anbieter für seine Software Geld verlangt. Das schließt auch Linux nicht aus."
Raistlin greift den Ausgangspunkt auf und äußert sich zu den Plänen von Sun: "Geld für Star Office 6? Ich fände es nicht schlimm, wenn Sun es so machen würde wie Star Division. Für den Privatgebrauch kostenlos und für Firmen kostenpflichtig. Sun könnte Geld verdienen und in die weitere Entwicklung von Star Office und Open Office stecken. Für den Einsatz von Linux als Desktop-System ist Star Office wichtig."
Lutz Horn verweist auf einen Punkt in der Diskussion, der über den rein kommerziellen Aspekt hinausgeht: "Auch in dieser Diskussion bemerke ich wieder, dass die Idee, irgendetwas könne Linux nützen oder schaden, doch sehr verbreitet ist. Wenn wir hier schon von Nutzen und Schaden reden wollen, dann geht es doch wohl um die Rechte der Menschen, die Software einsezten wollen oder müssen. Und diese Rechte des Anwenders von Software zu schützen, das ist der Sinn von freier Software."
Dieser Ausschnitt aus der Diskussion ist sehr begrenzt, es lohnt sich daher, die Story und die Kommentare online selber nachzulesen.
Linux in Schulen
Wird sich Linux in den nächsten Jahren so weit verbreiten können, dass es für eine Schule wichtig und interessant ist, eine spezielle Linux-Einführung im Informatikunterricht zu geben? Jan Kremer stellte dem Forum diese Frage und bekam auch zahlreiche Antworten. [www.linux-community.de/Neues/story ?storyid=2986]
Arnd Fischer sagt dazu: "Es wäre wünschenswert, im Informatikunterricht von der MS-Monokultur hin zum Umgang mit anderen Systemen zu kommen. Ein Schüler, der im Unterricht GNU/Linux /*BSD kennen gelernt hat, wird - hoffentlich eher aus praktischen als aus ideologischen Gründen - solche Systeme eher nutzen und damit für ihre Verbreitung sorgen, als einer, der im Unterricht nichts anderes als Windows in allen Variationen zu sehen bekam."
Jörg Schmidt verfolgt dagegen einen vollkommen anderen Ansatz: "Der Informatikunterricht an Schulen sollte keine Frage des Betriebssystem sein. Meiner Meinung nach müssen im Unterricht Informatik-Grundlagen vermittelt werden, etwa verschiedene Datei- oder Datenbanksysteme oder auch Grundlagen der Computerlogik. Natürlich sollten dabei auch die Prinzipien der unterschiedlichen Betriebssysteme behandelt werden. Aber dazu gehören nicht nur Linux oder Windows, sondern zum Beispiel auch Mac OS."