18. Chaos Communication Congress in Berlin
Hacking is not a Crime
Drei Tage lang - vom 27. bis 29. Dezember 2001 - drehte sich im "Haus am Köllnischen Park" in Berlin alles um die Themen Technologie, Gesellschaft und Utopie.
Drei Tage lang - vom 27. bis 29. Dezember 2001 - drehte sich im "Haus am Köllnischen Park" in Berlin alles um die Themen Technologie, Gesellschaft und Utopie.
Die Besucher beim 18. Chaos Communication Congress erwarteten fast 80 Vorträge und Workshops zu vielen Themen. Es ging um Informationstechnologie, Computersicherheit, Internet, Kryptographie, doch auch der kritisch-schöpferische Umgang mit Technologie und Diskussionen über die Auswirkungen technologischer Entwicklung auf die Gesellschaft kamen nicht zu kurz.
Für Roboter und technische Basteleien wurde ein separates Labor eingerichtet, im Vorjahr mussten sich Lego Mindstorms & Co. ihren Weg durch das Hack- Center bahnen. Das Art & Beauty-Projekt zeigte Kunst mit und am Computer und im wohl geordneten Chaos-Archiv fanden sich Computer- und Hacker-Geschichten der letzten 20 Jahre. Zeitgleich wurde die fünfte Deutsche Meisterschaft im Schlossöffnen veranstaltet.
Neal H. Walfield gab in seinem Vortrag "The Hurd: Unix Redesigned" eine kurze Einführung in GNU/Hurd. Das dem Hurd-Kernel zugrunde liegende Microkernel-Konzept erlaubt es, Treiber wie normale Prozesse einzubinden - ein Fehler im Treiber lässt so Kernel nicht abstürzen. Zudem laufen Daemons als Anwendungen und niemals mit Root-Rechten, in der Regel sogar ohne UID. Probleme wie etwa bei FTP, das zur Benutzeranmeldung Root-Rechte benötigt, entfallen. Hurd basiert treiberseitig auf Linux 2.0.38.
Debian GNU/Hurd bietet fertige CD-Images zum Probieren an, eine Mirror-Liste steht bei [www. debian.org/ports/hurd/hurd-cd]. Die Images sind bootfähig und basieren auf Debian GNU/Linux für x86.
Im Umfeld des CCC kam es zu einem spontanen Arbeitstreffen der anwesenden Hurd- und L4-Microkernel-Entwickler [www.l4ka.org]. Der GNU-Mach-Kernel gilt längst als langsam und veraltet, weshalb über Anpassung des schnellen L4Ka-Microkernels aus Karlsruhe nachgedacht wird. Man hofft auch, auf Ergebnisse des inzwischen aufgegebenen L4-MultiOS-Projekts Sawmill [www.research.ibm.com/sawmill] von IBM zurückgreifen zu können. Es verspricht schon bald einen deutlichen Schub bei der Geschwindigkeit des Hurd-Kernels.
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