Nach wie vor ist die Umstellung der Rechnerlandschaft im Bundestag ein heißes Thema für die Mitglieder der Community. Unter der Story "Die ,Zeit` berichtet über Linux im Bundestag" [www.linux-community.de/Neues/story?storyid=2541] verweist beispielsweise Jörg Fehlmann auf einen offenen Brief des Linux-Verbands, geschrieben von Daniel Riek und unter der URL [www.linux-verband.de/aktuell/News_133.de.shtml] nachzulesen
Der Brief richtet sich direkt an den Bundestags-Abgeordneten Ulrich Kelber (CDU). Der hatte zwar gefordert, in der Debatte um die künftige Ausstattung der IT-Landschaft weniger dogmatisch zu sein, selbst aber stark in Richtung Microsoft argumentiert. Als bekannt wurde, dass Kelber eine Beraterfirma mit Schwerpunkt bei Produkten gerade des Redmonder Riesen betreibt, brachen die Dämme in der Linux-Community.
In diesem Monat klingen die Töne aber wieder etwas moderater. Mats-Peter Schmitz spricht in einem sehr auführlichen Beitrag an, was allen klar sein sollte und im Brief von Riek auch deutlich gesagt wird: Der Bundestag ist nicht irgendeine Firma. Hier geht es um sicherheitsrelevante Fragen.
Mats-Peter Schmitz weist ebenfalls auf eine gewisse Verschnupftheit von Kelber hin: "Das Problem ist, dass man von Herr Kelber keine vernüftige Antwort mehr bekommt. Trotz meiner sachlich kontroversen, aber in kein Fall beleidigenden Mail, bekam ich eine lapidare Antwort, mit der ich mich irgendwie, um es mit den Worten von Herr Kelber zu sagen, abgespeist fühle."
Alles in allem ist jedoch Verständnis angesagt: "Scheinbar sind mannigfaltige Mails an Herrn Kelber gerichtet worden, die nicht immer sachlich waren. Es ist durchaus klar, dass man bei zig Mails jeden Tag zu diesem Thema nicht auf jede einzeln eingehen kann."
Abbildung 1: Die Umstellung der IT-Struktur im Bundestag bewegt die Mitglieder der Linux-Community.
Griff ins Archiv
Mancher hat noch einen alten Stapel Disketten im Schrank liegen, bei dessen Anblick die Erinnerungen an durchgemachte Nächte wieder erwachen: Linux-Installation mit 30 oder mehr Floppies, von denen eine natürlich einen Fehler hatte. Andreas Striegel stellte der Community unter [www.linux-community.de/Neues/story?storyid=2464] die Frage: "Wer kann mir eine SuSE-Linux-Version 4.2 überlassen?"
Auf die Frage, was mit so einer alten Distribution noch anzufangen sei, insistiert Günther Gehl: "Nun, auch alte Ausgaben von Distributionen sind interessant und können ja ein gewisses historisches Interesse beanspruchen. Ich habe mir mal meine Sammlung angesehen - und die beginnt 1994 bei SuSE Linux 1.0.9. Und ich werde sie bestimmt nicht wegwerfen. Unter anderem deshalb nicht, weil ich ein paar alte Rechner gerettet habe, zu denen solch alte Versionen ganz gut passen. Klar, es ist Hobby (um nicht zu sagen brotlose Kunst ;-)), aber es macht schon Spaß, auf einem zehn Jahre alten PS/2 mit Microchannel ein Linux zum Laufen zu bringen. Und gerade damit lernt man sehr viel über die Grundlagen - jedenfalls sehr viel mehr, als wenn man mit diesem Yast 2 sich sein System zusammenklickt."
Matthias Petermann verweist auf eine Alternative: "Wenn es nur darum geht, ein älteres System mit Linux auszustatten, könnte Slackware-Linux möglicherweise die günstigste Wahl sein. Auch die aktuellen Versionen sind noch sehr schlank und kommen mit einer einzigen CD als Installationsmedium aus."
Moint sagt dazu: "Ich habe Slackware 7.1 schon mal via Disketten installiert. War zwar ein ziemlicher Jonglierakt (rund 14 Disketten), dafür kriegt man aber eine wirklich schlanke und aktuelle Installation. Sollte IMHO mit der aktuellen Version 8.0 auch funktionieren. Wenn man die Installationsvariante »ZIP-Slack« wählt, kann man sogar von einem Zip-Laufwerk weg installieren (sogar das Root-FS kann man auf dem Zip-Laufwerk ablegen, wenn ich mich nicht täusche)."
Ivo Schwalbe hat eine ganze Liste von alten Distributionen: "SuSE 11/94 (da konnten die sich noch keine richtigen Versionsnummern leisten) mit Live-FS-CD. Dann eine 5.2, eine ,Linux aktuell` (mit SuSE 5.3) und eine aktuellere SuSE 6.1." Und Martin Gruender wird ganz konkret: "Falls es unbedingt 4.2 sein muss, die habe ich noch rumliegen. Allerdings ist das Buch weg. Wenn du Interesse hast, schreib mit eine Mail."
König reitet sein Reich ab
Das Treffen zwischen Microsoft-Gründer Bill Gates und Tony Blair, britischer Premierminister, ist nicht unbemerkt geblieben [www.linux-community.de/Neues/story?storyid=2544]. Das britische Wirtschaftsministerium hatte laut darüber nachgedacht, ob es in Zukunft noch auf Microsoft setzen wird. Man werde Alternativen erkunden. Da blinkten wohl in Redmond die Alarmleuchten und Bill Gates setzte sich in Marsch.
Fast schon ein bisschen pessimistisch klingt da der Kommentar von Frank Arnold: "Ist schon eigenartig. Da reist der Gründer einer mittelmäßigen Softwarebude zu seinen Kunden, um wahrscheinlich einen Vertrag mit angepassten Lizenzvereinbarungen vorzutragen, und die Kunden fallen (voraussichtlich) um wie Pappschachteln. Irgendwie ist so ein Monopol schon eine sehr eigenartige Angelegenheit - fast wie eine Lizenz zum Gelddrucken. Unter normalen Umständen würde sich ein Kunde das einmal ansehen und künftig seine Produkte bei anderen Firma kaufen."