Open Source im professionellen Einsatz

Tipps & Tricks

Über Pixel, Räder, Töne und Pakete

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Nicht, dass wir gerade eine wurmfreie Zeit hätten, aber es hat sich wenig Berichtenswertes ereignet. Zeit also, sich mit den normalen Dingen des Linux-Alltags zu beschäftigen.

Während die Würmer Code Red, Nimda und wie sie alle heißen[1], immer noch scheinbar unausrottbar durchs Netz geistern, ist in dieser Ausgabe von etwas profaneren Dingen die Rede.

Unkomplizierte Softwarepakete

Die Ausgabe 10/01 des Linux-Magazins stellte unter anderem den ESP-Paketmanager vor[2]. Er ist optimal geeignet für größere Projekte und die Übersetzung für unterschiedliche Plattformen, aber Overkill für den Heimanwender, der nur seine Maschine sauber halten möchte. Dafür gibt es jedoch seit geraumer Zeit »checkinstall«[3].

Die Anwendung ist denkbar simpel: Statt »make install« ruft der Benutzer »checkinstall make install« auf. Nun wird die komplette Installation mit Hilfe eines weiteren Programms namens »installwatch« überwacht. Der Vorteil ist, dass »checkinstall make install« aus den soeben installierten Dateien ein RPM-, Slackware- oder Debian-Package erstellt und es dann nochmals installiert, um einen Eintrag in der Paketverwaltung zu bekommen (ähnlich wie »rpm -ba« zwar ein Paket übersetzt und installiert, es jedoch nicht in die RPM-Datenbank einträgt).

Nun kann man ohne Probleme mit dem entsprechenden Paketverwaltungstool die kompilierten Programme ohne Probleme sauber deinstallieren. Zudem hat man eine Sicherungskopie der kompilierten Programme. Wer sein System neu installieren muss, kann sich die Neuübersetzung sparen, da nur noch die auf einem externen Medium gesicherten Pakete einzuspielen sind.

Pixel zu Vektoren

Bisweilen steht man vor dem Problem, Pixelgrafiken in Vektorgrafiken verwandeln zu müssen, weil sich nur diese stufenlos skalieren lassen. Macht man das mit Pixelgrafiken in einem Grafik- oder Zeichenprogramm wie Gimp oder Xfig, sind störende Artefakte der Skalierung unvermeidlich. Die Anwendung von Blur- oder Wischerfunktionen macht das Bild aber höchstens unscharf und ist daher nicht zweckdienlich.

Abhilfe schafft zumindest bei halbwegs einfachen Grafiken Martin Webers Tool Autotrace[4]. Es konvertiert Bitmaps in Vektorgrafiken, die man zur weiteren Verarbeitung in ein Zeichenprogramm laden kann. Die Methode ist hierbei so einfach wie effektiv: Möglichst große Bereiche mit gleichen Farbwerten fasst es über Splines und Bezierkurven zu geschlossenen Flächen zusammen.

Die aktuelle Version 0.27a setzt auf Imagemagick 5.2.1 und Libpng 1.0.6 auf. An Ausgabeformaten bietet Autotrace ER, EMF, EPS, AI, SK, P2E, SVG, SWF, DXF, DXF12 sowie FIG, also so ziemlich jedes halbwegs gängige Vektorformat. Für die Konvertierung selbst steht eine ganze Reihe Stellschrauben zur Verfügung; so lassen sich etwa diverse Schwellenwerte für die Linienverfolgung und Eckenerkennung einstellen. An Dokumentation gibt es derzeit nur ein Readme, das allerdings recht ausführlich ist.

In der Regel macht Autotrace das alles recht selbsttätig. Unter Umständen ist aber etwas händische Nacharbeit notwendig. Im konkreten Fall war für die Herstellung einer Ersatz-Gerätefrontplatte ein schwarzweißes Herstellerlogo aus einer PDF-Broschüre in Xfig zu verkleinern, ohne dass die berüchtigten Treppenstufen-Effekte auftreten. Das Logo wurde dazu möglichst bildschirmfüllend mit »xv« per Screenshot eingefangen, invertiert und als PNM-Datei (Graustufen) gespeichert; Autotrace wandelte es dann nach FIG.

Es stellte sich heraus, dass Autotrace die kaum sichtbaren Graustufen-Übergänge an den Kanten sauber in kleine und kleinste Flächen gewandelt hatte, die manuell gelöscht werden wollten. Das Ergebnis ließ sich dann einwandfrei skalieren; Xfig unterstützt dazu einen Modus, der das Seitenverhältnis nicht verändert.

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Ausgabe 07/2013

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