Konsole, SuSE, Star Office, Emacs und die Einheitswährung
Fit für den Euro?
Bei Erscheinen dieser Ausgabe sind es nur noch wenige Wochen bis zur Einführung des Euro als grenzüberschreitende Währung. Ist Ihr Desktop bereits Euro-fähig?
Bei Erscheinen dieser Ausgabe sind es nur noch wenige Wochen bis zur Einführung des Euro als grenzüberschreitende Währung. Ist Ihr Desktop bereits Euro-fähig?
Mit unseren Tipps zur Umstellung auf Truetype-Fonts (siehe "Kanten aalglatt" auf Seite 32) sind Darstellung und Ausdruck des Euro-Symbols mit [AltGr]+ [E] kein Problem, soweit man einen verbreiteten Microsoft-Truetype-Font wie etwa Verdana oder Arial verwendet.
Grundsätzlich gehört aber schon etwas Hintergrundwissen über Zeichensätze, Tastaturlayouts und X11-Zeichentabellen beziehungsweise den Aufbau der Xmodmap sowie über hard- und softverdrahteten Tastaturtabellen dazu. Erst dann sind die Zusammenhänge zu verstehen, die mit der Verfügbarkeit des Euro-Symbols zu tun haben. Nähere Ausführungen zu diesem Thema findet man beispielsweise unter [1] und [2].
Hier ein paar Tipps zu aktuellen Distributionen. Am einfachsten ist die Methode der Änderung des Tastaturlayouts. Seit der Version 7.2 verfügt SuSE Linux über eine richtige Euro-Unterstützung. Hier kommt es insbesondere auf die Verfügbarkeit in KDE 2 an. Um Sonderzeichen für sämtliche Applikationen verfügbar zu machen, muss prinzipiell das Tastaturlayout geändert werden. KDE 2 enthält beim Update von KDE 1.x einen Bug, der verhindert, dass Tastatur-Anpassungen übernommen werden können - die Datei »Xmodmap« wird nicht ausgewertet.
Damit Tastatur-Änderungen trotzdem unter KDE 2 geladen werden, kann man etwa ein kleines Startskript für den Autostart-Ordner basteln (siehe Kasten "Bekannte Fehler ..."). Dazu wird die Tastaturtabelle wahlweise in der eigenen benutzerspezifischen »~/.Xmodmap« oder global in »/usr/X11R6/lib/X11/ Xmodmap« oder »/etc/X11/Xmodmap« erweitert, wodurch nicht nur weitere Symbole verfügbar werden, sondern sich auch interessante neue Optionen ergeben. So lassen sich die ziemlich überflüssigen Win95-Tasten auch für andere, selbst definierte Zwecke einsetzen, die Win95-Menü-Taste ist etwa auch in Star Office verwendbar. Das Startmenü von KDE kann man zum Beispiel auf die linke Win95-Taste legen. Damit Änderungen an der Datei wirksam werden, muss der X-Server neu gestartet werden. Alternativ kann man auch das Programm »xmodmap« verwenden. Die Key-Bindings und Codes sind mit dem Programm »xev« abfragbar.
Übrigens können Symbolnamen auch durch ihren hexadezimalen Wert aus der Zeichensatztabelle ersetzt werden (Euro-Symbol = 128 = 0x0080). Bei Schreib- oder Syntaxfehlern wird die Datei nicht geladen. Außerdem überschreiben alle Einträge in der privaten »~/.Xmodmap« die entsprechenden Einstellungen der globalen »Xmodmap«.
Bei älteren SuSE-Systemen (etwa 7.0) sind einige Handgriffe erforderlich. Die »$LANG«-Umgebungsvariable ist zuerst auf »de_DE.ISO-8859-15« zu setzten. Zudem braucht man wie erwähnt einen Euro-fähigen MS-Truetype-Font wie Arial. (»KDE-Kontrollzentrum | Erscheinungsbild Schrift«, Schrift »Arial«, Zeichensatz »iso-8859-15«). Der Euro-Symbol-Keycode ist übrigens »26 = e E 0x00a4 0x0080«. Auch ist die Xterm-Schrift in »~/.Xdefaults« zu ändern:
xterm*font: -misc-fixed-medium-r-normal U --15-140-75-75-c-90-iso8859-1
Abschließend empfiehlt es sich zu überprüfen, dass es die Schriften auch gibt, zum Beispiel mit:
xfd -fn '-microsoft-arial-medium-r-normal U -*-*-110-*-*-p-*-iso8859-15'
Die entsprechenden Änderungen werden erst wirksam, wenn sie in »~/ .bashrc« oder »~/.profile« eingetragen wurden. Nach Abschluss der ganzen Prozedur ist ein Neustart des X-Servers via KDM fällig.
Noch ein Hinweis zu Star Office: Normalerweise liegt das Euro-Symbol (auch bei der Verwendung von MS-Truetype-Fonts) in Star Office auf [AltGr]+[E]. Bei Verwendung der Star-Office-eigenen Schriften (etwa Times, Helmet) jedoch ist das Euro-Symbol über [AltGr]+ [Shift]+[E] zu erreichen, weil die Star-Office-Schriften aus Kompatibilitäts-Gründen über eine Windows-cp1252-Kodierung verfügen.
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