Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Brave GNU World. In diesem Monat wird es nach der Vorstellung eines Klassikers und eines nützlichen Konvertierungswerkzeugs für Formate aus der Windows-Welt relativ schnell technisch, allerdings bleibt trotzdem die Hoffnung, dass diese Ausgabe auch für weniger technisch orientierte Leser interessant geraten ist.
Lebendiger Klassiker
Das GNU-Grep-Projekt[5] hat mit Bernhard Rosenkraenzer einen neuen Maintainer erhalten. Vermutlich ist der größte Teil der GNU/Linux-Benutzer bereits mit GNU Grep in Berührung gekommen. Grep durchsucht Files oder auch die Standardeingabe nach bestimmten Mustern, üblicherweise sind das Textstücke, und gibt Zeilen aus, die dieses Muster enthalten. Typische Anwendungen sind das Durchsuchen und Bearbeiten von Texten und die Beschränkung der Ausgabe anderer Programmen auf relevante Informationen.
GNU Grep implementiert neben den Standardfeatures auch Extras wie rekursives Durchsuchen von Verzeichnissen oder eine wortbasierte Ausgabe. Da es bereits seit vielen Jahren auf einer großen Zahl von Systemen im Einsatz ist, kann über seine Praxistauglichkeit kein Zweifel mehr bestehen. Das präzise Alter des Projekts ist mir zwar nicht bekannt, das Change-Log jedoch geht zurück bis auf die Release 2.0 aus dem Jahr 1983. Der erste Copyright-Vermerk der FSF stammt aus dem Jahr 1988, also rund drei Jahre vor dem Beginn des Linux-Kernels. Bei GNU Grep zeigt sich, wie lebendig freie Software auch noch in solch hohem Alter ist.
Mittlerweile haben über 80 Leute an GNU Grep mitgearbeitet und die Entwicklung steht noch immer nicht still. So sind beispielsweise kleine Änderungen zur vollständigen POSIX.2-Konformität sowie einige neue Optionen geplant. Dazu zählen eine »--max-count«-Option, ein Schalter für Perl-kompatible reguläre Ausdrücke (PCRE) oder eine Highlighting-Option für farbige Kennzeichnungen.
Auch ein so altes, gefestigtes und weit verbreitetes Paket benötigt Hilfe, vor allem beim Test der Portierungen auf andere PLattformen als GNU/Linux und FreeBSD und beim Suchen von Bugs und dem Überprüfen des Mulitbyte-Supports.
Abbildung 1: Die Darstellung von Verzeichnisstrukturen als Flächen mit QTreemap ist zunächst ungewohnt. Der Vorteil: Die Größeninformationen sind ebenfalls darstellbar.
Formatumwandlungen mit GNU UnRTF
GNU UnRTF[6] ist ein neues GNU-Projekt von Zachary T Smith, das Dokumente im Rich-Text-Format (RTF) in andere Formate transferiert. RTF wird gern als Transferformat von Windows-Nutzern eingesetzt, aber auch andere Textprozessoren verwenden es, um Texte mit Formatinformationen zu speichern.
Dank dieses Projekts ist es möglich, solche Texte in reinen Text, HTML, Latex und Postscript umzuwandeln. Als Lizenz verwandte Zachary von Anfang an die GNU General Public License, allerdings kann es sein, dass der eine oder andere dem Projekt bereits unter seinem früheren Namen »rtf2htm« begegnet ist. Baustellen sind augenblicklich die Routinen zur Umwandlung zwischen verschiedenen Zeichensätzen sowie die Ausgabe nach Latex. In Zukunft sollen auch noch mehr Zielformate unterstützt werden. Einsatzfertig ist das Projekt jedoch auf jeden Fall schon heute.
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