Massenspeicher am PC haben einen langen Weg technischer Entwicklung hinter sich. War der erste IBM-PC noch mit einer Schnittstelle für einen Kassettenrecorder ausgestattet, bot Big Blue bald neuartige Floppylaufwerke mit je 160 KByte Kapazität an. Der Personal Computer Extended (PC/XT) bot dann mit 10 MByte wahre Speicherwüsten.
Doch mehr als jede andere Speicherform vergrößerte sich die Festplattenkapazität mit den Jahren explosionsartig - und das zu einem Bruchteil des Preises. Statt fünf haben die Preisschilder heute nur noch drei Stellen, zumindest bei IDE-Festplatten.
Die dramatisch gewachsenen Kapazitäten stellten alle Betriebssysteme immer wieder vor neue Grenzen, jedes noch so fern geglaubte Speicherlimit wurde bislang schnell wieder getoppt.
So hat Linux das Problem, dass man mit konventionellen Mitteln keine Dateien größer als 2 GByte verwalten kann. Erst wenn alle Programme auf 64 Bit breite Pointer-Strukturen und die entsprechenden Library-Aufrufe umgestellt haben, wird das Problem erledigt sein.
Plattenverbund
Im Serverbereich wird heutzutage kaum noch auf einzelne Platten zurückgegriffen. Das Schlagwort heißt hier RAID. Auch wenn die Abkürzung signalisiert, dass dabei durch Redundanz von preiswerten Festplatten sozusagen eine Sparmaßnahme durchgeführt wird, ersetzen RAIDs doch längst große Speicherplatten selbst im Großrechnerbereich. Ein großes Speichersubsystem von IBM ist heutzutage ebenso ein RAID aus 3,5-Zoll-Festplatten wie die 19-Zoll-Einschübe bei Internetprovidern.
Prinzipiell kann ein RAID in Hardware realisiert werden oder in Software. Dass Ersteres schneller ist, liegt auf der Hand - vor allem wenn dedizierte Caches zum Einsatz kommen. Seit einiger Zeit bietet eine Reihe von Herstellern auch RAID-Systeme mit IDE-Festplatten an, um preislich attraktive Hochgeschwindigkeit und dennoch Datensicherheit zu bieten. Diese Systeme können auch ohne SCSI erstaunliches leisten - unser RAID-Test ab Seite 38 zeigt es.
Abbildung 1: RAID-Systeme haben alles mehrfach.
Der Kampf der Busse
Hauptsächlich zwei verschiedene Bussysteme stritten sich in den letzten Jahren um die Gunst der Kunden: IDE und SCSI. Während anfangs die Preise für beide Systeme vergleichbar waren, stellte sich in den letzten drei Jahren ein immer extremer werdendes Preisgefälle zuungusten der SCSI-Geräte heraus. Da der technische Aufwand für Ultra-ATA und SCSI durchaus vergleichbar ist, erscheint die manchmal 100 Prozent übersteigende Differenz der Kaufpreise nicht zu rechtfertigen. Man hat den Eindruck, dass kreuzsubventioniert wird.
Aufgrund der Differenz der Anschaffungskosten ist heute die Positionierung klar: Ultra-ATA für den Heimanwender und SCSI für den professionellen Einsatz. Denn es gibt einen Bereich, in dem SCSI immer noch Kreise um IDE tanzt: Mehr als vier Geräte sind mit normalen Motherboards nicht drin und zusätzliche PCI-Controller, die mehr können, sind nicht gerade preiswert.
Dazu kommt noch, dass auf einem IDE-Bus die zwei möglichen Geräte, Master und Slave, mit der langsameren der beiden Geschwindigkeiten arbeiten. SCSI ist hier flexibler, jedes Gerät kann mit seiner jeweils maximalen Geschwindigkeit angesprochen werden.
Leider bricht hier das aktuelle SCSI-160 mit der lange bewährten Tradition, weshalb es dringend anzuraten ist, keine älteren Fast-, Wide- oder Ultrawide-Geräte mit Adaptern an einen LVD-Strang anzuschließen.