Inhalt
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34 VShop 3 im praktischen EinsatzGeeignet für große und kleine Websites
42 Open-Source-Software InterchangePraxiserprobter Online-Store
46 All-Commerce-Suite von ZelerateLeistungsfähig, aber unhandlich
48 E-Business im DienstleistungssektorRisiken und Chancen: Eine durchdachte Strategie ist der Schlüssel
54 Test: HBCI mit Moneyplex 2001Homebanking und Finanzverwaltung
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E-Commerce ist niemals Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck. Was auf den ersten Blick wie ein mäßig gelungenes Wortspiel klingt, ist bekanntlich für Hunderte Internet-Start-ups in den letzten Monaten zum Bumerang geworden. Denn wer nichts Brauchbares zu verkaufen hat, wird auf lange Sicht auch mit noch so intelligenter E-Anything-Software erfolglos bleiben. Das Internet setzt die Regeln von Angebot und Nachfrage nicht außer Kraft.
Ironie der jüngsten Technikgeschichte: Inzwischen profitieren vor allem alte Unternehmen von den Rationalisierungseffekten, die mit der neuen Technologie einhergehen. Das geschieht zwar langsamer als gedacht, aber um so nachhaltiger.
Die Zeiten, in denen der Slogan "Schnell frisst Langsam" das "Groß frisst Klein" ersetzt, sind einstweilen vorbei. Eingesessene Unternehmen mit realen Umsätzen und schwarzem Ergebnis gewinnen auf diese Art unverhofft ihren Charme zurück.
Bindungen und Markt sind wieder hoffähig
Unternehmen der Old Economy sind prinzipiell Technologie-agnostisch. Bei ihren IT-Entscheidungen spielen erwiesene Verlässlichkeit des Lieferanten, langjährige Bindung und Marktdominanz eine stärkere Rolle als fortschrittliche Technik. Das heißt aber nicht, dass E-Commerce und Old Economy in der Praxis unvereinbar wären! Traditionsunternehmen - kleine wie große - beachten nur ein paar Randbedingungen mehr, als es Start-ups tun.
Eines ist jedoch allen wichtig: Ein einzelner Webshop ist es nicht wert, die komplette IT-Struktur des Unternehmens auf den Kopf zu stellen. Integrierbarkeit mit existierenden Systemen belegt also einen vorderen Platz auf der Wunschliste.
Wer für quelloffene und freie E-Commerce-Lösungen ist, muss sich das zunutze machen. Was könnte verlässlicher sein als eine Software, die auch dann noch gepflegt werden kann, wenn das Software-Unternehmen selbst nicht mehr existiert. Was könnte kalkulierbarer sein als eine Geschäftsbeziehung, in der ich weiß, dass eine langfristige Bindung nicht mit wild ins Kraut schießenden Lizenzkosten bestraft werden kann. Was könnte besser integrierbar sein als eine Software, deren Schnittstellen nicht nur offen liegen, sondern die ich bei Bedarf sogar verändern kann ohne nachzufragen.
Webshops mit Open Source sind zukunftssicher
Das Linux-Magazin stellt in seinem E-Commerce-Schwerpunkt drei erfolgreiche quelloffene Webshop-Programme vor, die all dies erfüllen. Da E-Commerce aber mehr ist als das, liefern wir in dem Artikel "Jenseits der Shopping Mall" Denkanstöße über E-Commerce bei Finanzdienstleistern wie Banken und Versicherungen.
Und der Endanwender? Am heimischen Linux-PC ist naturgegeben der Drang gering, einen Webshop aufzusetzen. Doch Geld und Netz sind auch hier sinnvoll zu verheiraten: Homebanking und private Finanzverwaltung ist für jedermann machbar - seit neuestem unter Linux auch mit HBCI und Chipkarte. Der Quicken-Konkurrent Moneyplex macht im Praxistest jedenfalls eine gute Figur.