Open Source im professionellen Einsatz

13 Laserdrucker im Test

So haben wir getestet

Das neue Testverfahren des Linux-Magazins ist außerordentlich komplex. Hier stellen wir einige Details daher genauer vor.

Das Testverfahren ist untergliedert in einzelne Rubriken. Es werden Qualität, Geschwindigkeit, Ausstattung, Kosten, Handhabung und Service bewertet. Zur Geschwindigkeitsmessung dient das DTP-Dokument, das mit Star Office gedruckt wird. Außerdem wird mit dem Bianca-Foto und der Testgrafik gedruckt, diese Dokumente sind weiter unten näher beschrieben. Der Standardtest (Dr.-Grauert-Brief) ist als Ergänzung auch dabei.

Bei der Ausstattung wird auf Auflösung, Emulationen und Schnittstellen ebenso geachtet wie auf Erweiterbarkeit mit Sortierern, Mailboxen oder Festplatten. Bei der Handhabung ist der allgemeine Gebrauch Testgegenstand, also die Benutzerfreundlichkeit. Beim Service geht es um Garantieleistungen.

Der arbeitsintensivste Test ist die Ermittlung der Druckkosten: Eine neue Patrone wird mit einem Muster leer gedruckt, dann der Schwärzungsgrad auf alltagsnähere fünf Prozent umgerechnet. Danach erfolgt die Kostenermittlung. Zusätzlich benötigte Verbrauchsmaterialien wie Trommeln und Papier (1,3 Pfennig) werden in den Seitenpreis eingerechnet, nicht aber Wartungskits, die ab 200000 Seiten benötigt werden - da ist der Drucker längst abgeschrieben.

Die Qualitätsbewertung setzt sich wiederum zusammen aus der Begutachtung der Druckqualität von vier Dokumenten: DTP, Grafik, Foto und Fläche. Der härteste davon kommt recht unspektakulär daher: Eine DIN A4 große uniform graue Fläche (50 Prozent Grau). Der Grauton wird von Druckern durch ein Raster wiedergegeben. Schon geringe Störungen im Tonerfluss oder in der Gleichmäßigkeit der Bewegung der Papierbahn sorgen für dunklere oder hellere Streifen oder Flecken. Absolut makellose Ausdrucke schafft hier keiner, was als normal anzusehen ist.

DTP

Star Office dient als ausdruckende Applikation. Neben der Messung der Geschwindigkeit können hier viele interessante Effekte kontrolliert werden. So haben einige Drucker keine Skrupel, gelben Text vor weißem Hintergrund ebenso zu verschlucken wie Dunkelblau-Braun-Kontraste. Farbige und hellgraue Schriften machen dieses Dokument ebenso zum Hürdenlauf wie ungewöhnliche Laufweiten und viele Diagramme.

Grafik

Der mit Abstand komplizierteste Test ist ein synthetisches Testbild, das minutiös mit Corel Draw erstellt wurde. Hier kommt es auf Präzision beim Ausdruck an, und zwar auf Bruchteile von Millimetern. Da Corel Draw unter Wine läuft, braucht es etwas länger zum Drucken als native Linux-Anwendungen.

Prominentester Test ist der Auflösungstest aus farbigen, aufeinander zu laufenden Linien. Kommt der Drucker an seine Auflösungsgrenze, verschmelzen die Linien zu einem Klumpen, dessen Größe ist also ein direktes Maß für die Auflösung. Da die Raster, die als Farbersatz dienen, ebenfalls Einfluss haben, sind die Linien farbig. Die Farbkeile testen die Grundfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK) in Abstufungen von fünf Prozent. Wer hier zu grob rastert, fällt auf. Auch der Test mit schwarzem Text auf gelben Grund (und umgekehrt) ist schwierig, besonders die Schriftgrößen unter vier Punkt. Den äußeren Rahmen bilden Farbverlaufstests, mit denen die Gleichmäßigkeit von Verläufen beziehungsweise deren Posterisierung getestet werden können. Auch die maximale Ausreizung des Druckbereichs lässt sich hier bestimmen. Den Test ergänzt noch eine Reihe von Interferenz- und Störmustern, mit denen die Präzision der Rasterung analysiert werden.

Ein paar Positionierungstests prüfen das Verhalten bei Haarlinien, die in sehr flachem Winkel zur Senkrechten verlaufen. Ein rotbraunes Reliefbild erlaubt eine gute optische Kontrolle des Gesamteindrucks.

Das DTP-Dokument wird mit Star Office gedruckt.

Das DTP-Dokument wird mit Star Office gedruckt.

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Ausgabe 07/2013

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