Open Source im professionellen Einsatz

Kommunikationsserver für Schulnetzwerke

GEEschult

Kommunikation tut Not, auch in den Schulen: Ein an der Gesamtschule Eiserfeld entwickelter GEE-Server will die nötigen - und nicht nur im Schulbereich berüchtigten - Anstrengungen für die Konfiguration von ISDN, Mail und Proxy vereinfachen.

Die Anforderungen in den Schulen gleichen sich: Es gibt ein lokales Netzwerk mit mehreren Computern, das mit dem Internet verbunden werden soll. Ein Linux-Rechner als Internet-Gateway bietet sich hier geradezu an, doch bleibt die Konfiguration der einzelnen Dienste wie ISDN, Proxy und Mail eine zeitraubende Arbeit.

Ein auf SuSE-Linux basierender GEE-Kommunikationsserver soll diesen Aufwand durch eine vernünftige Vorkonfiguration erheblich vereinfachen. Bei der von Achim Leonhardt und Wolfgang Mader an der Gesamtschule Eiserfeld entwickelten Lösung handelt es sich an sich um eine normale SuSE-Distribution mit einigen schultypischen Anpassungen und einem Web-Interface für die Konfiguration.

Die GEE-Server-CD kann von Schulen auf der Homepage des GEE-Servers [1] gegen eine Schutzgebühr von 40 Mark bezogen werden. Eine Installationsanleitung wird ebenfalls mitgeliefert. Weiterhin finden sich auf der Homepage neben Updates und Ergänzungen zum Server eine recht umfangreiche FAQ-Sammlung und zudem eine Möglichkeit, sich in die GEE-Mailingliste einzutragen, damit bei Problemen Hilfe nahe ist.

Im Rahmen des PingoS-Projekts (siehe [2]), das Linux an Schulen unterstützen möchte, habe ich Version 1.12 des GEE-Servers einmal genauer unter die Lupe genommen. Als Testumgebung standen mir die Rechner der Potsdamer Waldstadt-Grundschule zur Verfügung, die ich für diesen Test nutzen durfte.

Dabei handelt es sich auf Serverseite um einen AMD-K6/450-Rechner mit 64 MByte RAM sowie einer Realtek- 10-Megabit-Netzwerkkarte und der ISDN-Karte Eicon Diva ISA PnP. Auf den acht Clients läuft Windows 95/ 98. Das gesamte Netzwerk soll mit Hilfe des kostenlosen T@School-Anschlusses der Telekom ans Internet angebunden werden.

Installation

Als Hardware-Voraussetzungen geben die Entwickler ein Pentium-System mit 64 MByte RAM an, was wegen der darunter liegenden SuSE-6.4-Distribution notwendig ist. Für ausgediente 486er ist also diese Lösung leider nicht geeignet.

Von der bootfähigen CD wird ein Mini-Linux gestartet, unter dem man nun die Installationsschritte manuell ausführen muss. Die Partitionierung der Festplatte war bis Version 1.13 Sache von Fdisk. Da der GEE-Server aber sowieso ein festes Partitionsschema erwartet, wurde mit der neuen Version 1.14 die Partitionierung automatisiert und ist mit zwei Mausklicks abgehakt. Die Installationsroutine legt die /usr-, /var-, /boot- und home-Zweige des Dateisystems in jeweils separaten Partitionen ab.

Nach der Partitionierung muss der Benutzer - je nachdem, ob er ein IDE- oder ein SCSI-System hat - das entsprechende Installationsskript starten, das viele viele Dateien auf die Festplatte packt. Ein Neustart lässt den Server danach mit Ausnahme der Netzwerk- und der ISDN-Karte sauber hochfahren. Diese beiden Geräte müssen mit YaST konfiguriert werden, standardmäßig sind eine 3c509-Ethernetkarte (3Com) und eine FritzCard PCI (AVM) eingestellt.

Die Umstellung auf die vorhandene Realtek-Netzwerkkarte funktioniert problemlos, etwas haariger wird die Konfiguration der Plug & Play-ISDN-Karte. Hier kommt man ohne Linux-Kenntnisse nicht weiter, da Konfigurationsarbeit mit den Tools Pnpdump und Isapnp nötig ist. Wer eine neue ISDN-Karte anschaffen will, sollte lieber gleich auf ein PCI-Modell setzen.

Client-Konfiguration

Nach Inbetriebnahme der beiden Karten ist die Grundinstallation des Servers abgeschlossen, jetzt kommen die Clients an die Reihe. Am einfachsten erfolgt deren Konfiguration (meist sind es Windows-9x/NT-Rechner) per DHCP. Dazu muss lediglich der Punkt IP-Adresse automatisch vom Server beziehen im TCP/IP-Kontrollfeld aktiviert werden.

Nach einem Reboot des Rechners ist noch der Server als Proxy im Browser einzutragen. Dann ist auch die Startseite des GEE-Servers im Netz unter der Adresse http://172.16.200.10/html abrufbar. Hier gibt es verschiedene Bereiche. So finden sich zum Beispiel unter Surftipps themenbezogene Links zu verschiedenen Schulfächern. Über den Link Freischalten können berechtigte User auch die Einwahl ins Internet veranlassen.

Von der Änderung der IP-Adresse des Servers raten die Entwickler ab, weil es möglicherweise zu Komplikationen mit den vorkonfigurierten Diensten kommt.

Abb. 1: Die Verwaltungsoberfläche des GEE-Servers.

Abb. 1: Die Verwaltungsoberfläche des GEE-Servers.

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