Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 05/2001

SuSE Linux 7.1 Professional Edition

Alles wird gut?

Mit knapp 2500 Paketen auf sieben CDs hat die deutsche Standarddistribution gegenüber der Version 7.0 noch einmal zugelegt. Wir haben untersucht, welche Neuerungen - und Ungereimtheiten - auf Sie warten.

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Mit Kernel 2.2.18 und 2.4.0, XFree86 4.0.2, KDE 2.0.1 und Gnome 1.2.4 bietet SuSE Linux 7.1 sehr aktuelle Software. Der Kernel 2.4.1 hat es nicht mehr geschafft, auf die CDs zu kommen - ReiserFS und LVM stehen aber unter Kernel 2.2.18 und 2.4.0 zur Verfügung. Die Nürnberger haben beide Kernel in bekannter Manier mit eigenen Patches aufgebohrt.

Die Paketausstattung ist SuSE-typisch umfangreich: von Adabas, PostgreSQL und MySQL über Apache und Roxen bis hin zu ISDN/IP-Telefonie nach H.323 findet sich eine Vielzahl von Datenbanken, Servern und Diensten. Gimp 1.2.0, Spiele wie der beliebte Tux-Racer, die Web-Browser Mozilla 0.6, Netscape 4.76, Netscape 6.0 und schließlich Star Office 5.2 runden die Sammlung ab.

Verbessertes YaST 2

Überarbeitet wurde das SuSE-eigene Installationsprogramm YaST 2. Neu ist der GNU Parted (Part-Editor) eingebunden, mit dem sich Windows-FAT16/32-Partitionen während der Installation verkleinern lassen (Abbildung 1). So zieht SuSE mit anderen Distributionen gleich. Das hilft insbesondere Umsteigern - bislang mussten SuSE-Anwender das DOS-Tool FIPS benutzen oder die vorhandenen Windows-Partitionen löschen und neu anlegen. NTFS-5-Partitionen von Windows 2000 unterstützt Parted aktuell nicht.

Abbildung 1: Das grafische YaST-2-Front-End zu GNU Parted verkleinert die Windows-Partitionen gleich während der Installation.

Partitionierungsprobleme

Leider ist die Partitionierung nicht unproblematisch. An unserem Test-Szenario aus zwei Ext2-Partitionen, einer Swap und am Ende der Festplatte einer Windows-Partition scheiterte YaST 2 jedenfalls. Es zeigt nicht - wie von SuSE 7.0 bekannt - eine Auswahlliste der zu löschenden Partitionen an, sondern will, wie in Abbildung 2 zu sehen, die Windows-Partition auf Biegen und Brechen verkleinern oder löschen.

Wir ließen die Verkleinerung zu, in unserem Beispiel waren auf der Windows-Partition gut 500 MByte frei, kamen damit jedoch nicht weit: Mit weniger als 809 MByte sah sich YaST 2 nicht in der Lage, eine Grundinstallation vorzunehmen (Abbildung 3) - obgleich das textbasierte YaST 1 eine Minimal-Installation mit etwas mehr als 100 MByte anbietet.

Mit einer zweiten Testumgebung, einer einzigen 2 GByte große Windows-Partition, hatte YaST 2 ebenfalls Probleme. Obwohl wir die Partition komplett löschen wollten, wurde sie nur verkleinert.

Abbildung 2: Vergreift sich an keiner Linux-Partition: Liegt eine Windows-Partition am Ende der Festplatte, ignoriert YaST 2 alles andere.

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