Open Source im professionellen Einsatz

Erfahrungsbericht: LPI-Zertifizierung

Lorbeer preisgünstig

Das Linux Professional Institute hält Prüfungen zum Thema Linux ab, die den Teilnehmer online zu einer Zertifizierung führen. Der Autor berichtet über Aufbau und Struktur sowie persönliche Erfahrungen beim Test.

Das Linux Professional Institute (LPI) ist eine Non-Profit-Organisation, deren Entwickler-Team im Sinne der Open-Source-Bewegung rund um den Globus verteilt ist. Außerdem beteiligen sich IBM, SuSE, Turbolinux, SGI und Caldera an der Entwicklung. Da SuSE für sich die LPI-Zertifizierung adaptiert, wird sie wohl in Deutschland künftig eine bedeutende Rolle spielen. Geplant sind drei Zertifizierungsstufen (siehe Kasten). Gegenwärtig ist nur Stufe 1 bis zum Examen vollständig absolvierbar, Stufe 2 befindet sich noch in der Vorbereitung.

Stufe 1 ist mit 200 US-Dollar für zwei Prüfungen günstig. Zum Vergleich: die RHCE-Zertifizierung kostet dreimal so viel. Das ist für das Gros der Bildungsträger sicherlich ein Argument, denn vor allem die staatlich geförderten Umschulungen unterliegen dem Gebot der Sparsamkeit.

Das LPI ist von keinem Hersteller abhängig

Die LPI-Zertifizierung ist im Gegensatz zu Abschlüssen bei Red Hat, Caldera und SuSE auf keine Distribution festgelegt. Die Tests befassen sich daher vorrangig mit den gemeinsamen Eigenschaften der verschiedenen Linux-Distributionen. Der Teilnehmer kann sicher sein, dass er herstellerunabhängiges Basiswissen für die Administration eines Linux-Systems erwirbt. Von diesem Prinzip weicht nur die Behandlung von Fragen der Paketverwaltung ab, also des RPM-Paketmanagers und der Debian-Paketverwaltungssuite mit Dpkg, Dselect und Apt.

Man sollte vorbereitet sein

Ich arbeite seit einem Jahr intensiv im Bereich Linux-Training, halte RHCE-Kurse und nehme auch die RHCE-Zertifizierung ab. Obgleich ich mich mit Linux gut auskenne, bereitete ich mich im Vorfeld auf die Prüfung gut vor: Zu Beginn arbeitete ich die "Objectives by Exam" (Lernziele) aus dem Netz (www. lpi.org/p-index.html) Punkt für Punkt durch.

Wenn ich mich an einer Stelle unsicher fühlte, waren mir die Manpages und das Experimentieren mit den zugehörigen Befehlen eine Hilfe. Der Blick in die wichtigen Konfigurationsdateien erinnerte mich nochmals an deren Syntax und Lage im Dateisystem. Um mich mit dem Debian-Paketmanager Dpkg vertraut zu machen, studierte ich nur das Debian-FAQ aus dem Internet, in dem die wichtigsten Befehle beschrieben sind.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Als digitales Abo

Als PDF im Abo bestellen

comments powered by Disqus

Ausgabe 07/2013

Preis € 6,40

Insecurity Bulletin

Insecurity Bulletin

Im Insecurity Bulletin widmet sich Mark Vogelsberger aktuellen Sicherheitslücken sowie Hintergründen und Security-Grundlagen. mehr...

Linux-Magazin auf Facebook