Open Source im professionellen Einsatz
Linux-Magazin 02/2001

Preiswerte Funk-LANs

LAN-Funker

Die Testkandidaten von Siemens und Diamond versprechen, per Funk zwei Rechner einfach und preiswert miteinander zu vernetzen. Bleibt die Frage, ob die drahtlose Freiheit beim Surfen im Internet wirklich so einfach ist.

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Siemens hat mit dem M101 Data kleine Tischgeräte für die serielle Schnittstelle auf den Markt gebracht, das Paar für knapp 500 Mark. Es erlaubt den flexiblen Aufbau einer drahtlosen Funkverbindung - ohne großen Aufwand, aber mit vielen Einsatzmöglichkeiten im Heimbüro. Im Gegensatz zu Lösungen mit Einsteckkarten ist das Gerät zum Beispiel auch für Notebooks geeignet.

Für den sinnvollen Betrieb sind zwei Stationen, also Geräte, nötig: eine Basisstation FP (Fixed Part) und ein Mobilteil PP (Portable Part). Der zeitgleiche Betrieb einer dritten Funkstation ist nicht vorgesehen. Es lassen sich nur Punkt-zu-Punkt-Verbindungen aufbauen, wie bei der klassischen Telefonie.

Das Siemens-System kennt drei Betriebsarten: eine Nullmodem-ähnliche Direktverbindung zwischen beispielsweise zwei PCs, eine Modemverbindungs-Variante (gesteuert über AT-Befehle) und eine Betriebsart mit ISDN-Karte. Das M101 Data an einer ISDN-Karte zu betreiben (siehe Bild 5) ist ein Spezialfall, den dieser Beitrag nicht näher betrachtet.

Die Funk-Direktverbindung zweier PCs

Die einfachste Variante verbindet zwei Endgeräte wie ein konventionelles Peer-to-Peer-LAN, nur per Funk. Letztlich verhält sich dabei das M101 aus Sicht der beiden beteiligten PCs wie ein sehr langes Nullmodem-Kabel. Dadurch sind vorhandene Endgeräte mit RS-232-Schnittstelle, also zum Beispiel PCs, Laptops und externe Modems, anschließbar, ohne dass man Hardware im Rechner einbauen müsste (siehe Bild 2). Für die Nullmodem-ähnliche Direktverbindung sind beide Geräte auf den Betriebsmodus Direktverbindung einzustellen.

Für den Betrieb der Geräte sind keine Treiber notwendig. Der Verbindungsaufbau wird am besten per PPP realisiert. In dieser Betriebsart kommt der entfernte Rechner nicht ohne weiteres ans Internet. Selbst wenn der erste PC eine separate Internet-Anbindung besitzt, muss er wie ein Proxy-Gateway eingerichtet sein.

Das Modemkabel wird überflüssig

Wenn die Funkverbindung primär dazu gedacht ist, den beteiligten PC ans Internet zu bringen, kommt die zweite Betriebsart zum Tragen: Es ist nämlich möglich, eines der beiden M101-Geräte direkt an ein Modem anzuschließen und das zweite Gerät an den PC (oder Notebook oder PDA). Die Variante doubelt gewissermaßen per Funk das serielle Kabel zum Modem.

Das M101 muss zuvor in den Betriebsmodus AT-Befehlssatz gebracht werden. Danach ist - wie vom Modem gewohnt - eine Verbindung herstellbar. Unter Linux kann man dafür das Programm wvdial verwenden, das bei den meisten Distributionen dabei ist.

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