Halloween Linux 5
Happy Halloween
Halloween Linux hat gegenüber echten Red Hats einen Vorteil: Es ist mit 50 Mark für zehn CDs eine der preiswertesten Distributionen. Welche Leistung dafür geboten wird, ist Thema dieses Artikels.
Halloween Linux hat gegenüber echten Red Hats einen Vorteil: Es ist mit 50 Mark für zehn CDs eine der preiswertesten Distributionen. Welche Leistung dafür geboten wird, ist Thema dieses Artikels.
Halloween Linux basiert auf der Red-Hat-Version 7, enthält aber ein paar aktualisierte Pakete, darunter die Finalversion von KDE 2. Die umstrittene glibc-Bibliothek der Version 2.1.92 ist auch eingebaut, daher sind die Binaries des Systems mit denen anderer Distributionen nicht kompatibel.
Die zehn CDs sind randvoll mit Software, darunter Demos kommerzieller Applikationen wie Accelerated-X und des Virenscanners AntiVIR. Auch Loki-Spiele gehören - als Demoversionen, aber zumindest eingeschränkt spielbar - dazu.
Die Installation erfolgt wie bei Red Hat, nur dass einen öfter ein Kürbis angrinst. Leider wurden dabei auch Fehler des Vorbilds übernommen: Die Sprachauswahl, die das System nach dem Reboot nicht mehr kennt, oder die missliche X-Server-Konfiguration.
Am besten ist Halloween Linux mit Red Hat Deluxe Edition zu vergleichen. Beide Ausgaben haben gleich viele CDs und ungefähr gleich viele Pakete. Bei Halloween fehlt jedoch zum Beispiel die Vollversion von Railroad Tycoon II. Dafür gibt es Star Office in der neusten Version 5.2.
Für Freunde des Risikos gibt's als Schmankerl die Preview-CD: Mit Open Office und dem aktuellen Test-Kernel 2.4, mit Mozilla-Milestones und dem offiziellen Netscape 6 kann man einen Blick in die Zukunft werfen. Und für Leute, die's brauchen können, gibt es Tux 1.0, den ersten Webserver, der im Kernelspace läuft.
Ein Vorteil der vollständigen Kompatibilität: Alle Updates und neuen Versionen von GPL-Programmen kann man sich direkt von Red Hat herunterladen. Wer ein spezielles Paket für Halloween Linux braucht, besucht die Homepage der Distribution (http://www.halloween-linux.de), dort werden alle Updates veröffentlicht. Schade: Die Java Virtual Machine von Sun wird aus lizenzrechtlichen Gründen nicht mitgeliefert. Doch die Blackdown-Implementierung ist für Tools wie den Konqueror von KDE 2 ausreichend.
In einem ist diese Distribution aber nicht nur dem Vorbild voraus: Der aus Pappe gefaltete CD-Schuber ist viel praktischer als die Tütchen, in denen Red Hat und viele andere ihre CDs verpacken.
Für alle, die auf ein paar Spiele und Vollversionen verzichten können, ist dieses Linux eine gute Wahl. GNU-Software und Freeware füllen die Lücken leicht. Für rund 50 Mark gibt's Halloween bei Lehmanns (www.lob.de) oder Ixsoft (www.ixsoft.de).
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