Etwas Wichtiges zu Beginn: KDevelop 1.3 selbst ist nach wie vor eine KDE 1.1-Applikation, und benötigt darum KDE 1.1 und die Qt-Bibliotheken in der Version 1.44. Bei strenger Betrachtung ist KDevelop darum ein Cross-Plattform-Werkzeug.
Dass aber mittlerweile einige Distributionen auf KDE 2.0 umgestellt haben, ist dem Entwicklerteam nicht verborgen geblieben. Darum bietet es eine statisch zu KDE 1.1 gelinkte KDevelop-Version an; der reicht ein "nacktes" Linux-System mit X Window.
Der Port von der Version 1.3 auf KDE 2.0 ist derweil in Arbeit, mit brauchbaren Ergebnissen darf zum Jahresende gerechnet werden. Parallel dazu wird seit längerem die Version 2.0 entwickelt, die rein auf KDE 2.0 basiert, aber bislang nicht benutzbar ist.
Der Projekt-Importer verschafft Überblick
An dem Stichwort Projekt-Importer lässt sich schon leicht erkennen, dass es hier um die Bearbeitung von existierenden Automake-Projekten mit Hilfe von KDevelop geht. Mit dem Projekt-Importer von KDevelop 1.3 können sehr einfach zum Beispiel für die gesamten Quellcodes von KDE 2.0 Projektdateien zusammengestellt werden.
Es genügt die Auswahl des Menüpunktes Projekt | Projektdatei generieren. In der sich öffnenden Verzeichnisauswahl wechselt man in das Verzeichnis, von dem aus die Projektdatei erzeugt werden soll und bestätigt mit OK.
KDevelop untersucht alle Unterverzeichnisse rekursiv nach Quellcodes, die es dann automatisch in eine Projektdatei schreibt. Gewöhnlich dauert das ist nur wenige Sekunden. Das Projekt wird anschließend geladen; die Bearbeitung von vorhandenen Quelltexten ist mit KDevelop eben eine schnelle Sache.
Genutzt werden kann dieses Feature natürlich auch, um sich über unbekannten Code einen Überblick zu verschaffen. So kann man beispielsweise in einem bestehenden Programm die Klassen suchen, die für ein eigenes Projekt gebraucht werden.
KDE 2.0 und Qt-2.2 Projektmanagement
Das Projektmanagement fürs Entwickeln und Bearbeiten von KDE2.0 / Qt2.2-Projekten ist an das System der offiziellen KDE-Pakete angepasst. Das bedeutet im Kern, dass sich alle Dateien in ein /admin-Verzeichnis verschoben haben. Dies gilt bis auf die Ausnahmen configure.in (configure.in für Qt-Projekte), Makefile.am und Makefile.dist.
Das Hauptverzeichnis wird von den KDE-Entwicklern im KDE-CVS Modul kde-common ständig gepflegt und weiterentwickelt. Neue Entwicklungstools wie der UI-Compiler von Qt werden mittlerweile automatisch aufgerufen, die Unterstützung für Unix-Systeme erweitert et cetera.
Für den Anwendungsentwickler bedeutet das, das er zum Update seines Entwicklungs-Frameworks nur dieses Verzeichnis, zum Beispiel mittels Anonymous CVS (siehe [2]) per KDE, selbst aktuell hält. Daraus resultieren weniger Schwierigkeiten beim Update des eigenen Projekts auf neuere KDE- und Qt-Versionen ergeben, da die Configure-Checks immer auf dem aktuellen Stand sind.